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Migration

Lösung der humanitären Krise an der polnischen Grenze gefordert

Fluchtversuch am Stacheldraht

Die verzweifelte Suche nach einem bessere Leben treibt die Menschen weiter - oft vergeblich (Symbolbild)

Im Grenzgebiet zwischen Polen und Belarus hat sich die Lage zugespitzt, einige Migranten haben die Grenze nach Polen durchbrochen. In dem Sperrgebiet ist es derzeit für Hilfsorganisationen nicht möglich, dorthin zu gelangen. Jetzt fordern die evangelischen Hilfsorganisationen die EU und Belarus auf, eine Lösung der humanitären Krise voranzutreiben. Sie appellieren, die Genfer Flüchtlingskonvention einzuhalten, fairen Asylverfahren zu gewähren und diplomatischen Lösungen zu nutzen.

Tausende Migrantinnen und Migranten haben einen langen Weg hinter sich. Von Belarus aus versuchen sie nach Polen und damit in die EU zu gelangen. In der Nacht auf Mittwoch haben einige von ihnen die Grenze laut Medienberichten durchbrochen. Zuvor hatten polnische Soldaten versucht, die Menschen laut Angaben von Spiegel-Online zurückzudrängen. Vor Ort sind die Menschen mit Kälte und Verletzungen konfrontiert, wie die Tagesschau berichtete. "Die humanitäre Lage der Flüchtlinge an der belarussisch-polnischen Grenze ist verzweifelt“, so Dagmar Pruin, Präsidentin Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe.

Forderung nach Einhaltung der Genfer Flüchtlingskonvention, fairen Asylverfahren und diplomatischen Lösungen

Deshalb fordert sie: „Wir rufen alle staatlichen Akteure dazu auf, sich eindringlich zu vergegenwärtigen, dass es sich hier um Männer, Frauen und Kinder handelt! Wir appellieren deshalb an die Europäische Union und Belarus, sofort und mit aller Kraft eine Lösung der humanitären Krise voranzutreiben.“ Die Präsidentin der beiden evangelischen Hilfsorganisationen unterstreicht, dass die EU darauf drängen müsse, dass an der europäischen Außengrenze die Genfer Flüchtlingskonvention eingehalten werde. Zudem solle Menschen der Zugang zu einem fairen Asylverfahren gewährt werden. Eindringlich mahnt sie: „Darüber hinaus müssen alle diplomatischen Wege genutzt werden, damit die politische Situation in Polen und der EU nicht eskaliert."

EU-Konzept für Asyl und Migration wird gebraucht

Auch Diakonie-Präsident Ulrich Lilie findet deutliche Worte: "Es kann nicht sein, dass die Schwächsten als Geiseln genommen werden und ihr Leid politisch missbraucht wird." Aus seiner Sicht mache die menschenverachtende Politik des belarussischen Machthabers einmal mehr deutlich, wie dringend die Europäische Union ein schlüssiges Konzept für Asyl und Migration brauche. Ulrich Lilie kritisiert, dass die europäischen Länder noch immer nicht wüssten, wie sie mit Flüchtlingen in akuten Notsituationen umgehen sollen.

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